Dresden – Berlin, Tag 6

Heute wollten wir unbedingt Berlin erreichen. Wir lagen günstig, nur wenige hundert Meter von der Vorstadt-Schleuse Brandenburg entfernt. Die nimmt morgens 6:00 Uhr ihren Betrieb auf. Wir machten uns ab 5:00 fertig, liefen die kurze Strecke durch die Stadt und funkten die Schleuse an. Wir hatten Glück, zwei Binnenschiffe hatten wohl auch die Nacht darauf gewartet, weiter fahren zu können. 6:01 konnten wir in die Kammer. Neben uns lag der Koppelverband Bizon 09, der mitsamt den drei vorgespannten Bargen so etwa 115m Gesamtlänge hatte.

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Wir wurden zügig geschleust, Bizon hatte aber anschließend ganz schön zu tun, um die Kurven zu kommen, so dass er unser erstes (und wohl auch einziges) Überhol-Opfer der Reise wurde.

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Anschließend näherten wir uns Berlin auf recht schönen Wegen.

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Der Kanal in Richtung Berlin wird gerade umfassend saniert, so dass wir auch durch kilometerlange Baustellen fuhren.

Wir erreichten die Glienicker Brücke und entschlossen uns zu einer kleinen Stadtrundfahrt durch Potsdam, und setzten unseren Weg dann Richtung Berlin fort. Was eigentlich bei keiner Berlin-Rundreise auf dem Wasser fehlen darf, ist der Kleine Wannsee, also machten wir auch dahin noch einen Abstecher. Hier gibt es die wohl exclusivsten Wassergrundstücke der Stadt.

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Die Schleuse Charlottenburg leerte nur für uns auf unsere Anfrage hin die Kammer und schleuste uns direkt nach oben. Eine nette Damenstimme wünschte uns sogar bei unserer Ausfahrt noch eine angenehme Weiterreise. Es gibt sie also, die freundlichen Schleusenwärter(innen) in Berlin. So stand dem Highlight der Reise nichts mehr im Weg: Berlin@night! Ist ja immer etwas spannend, die innerstädtische Spree, aber wir konnten nicht widerstehen. Revierkenntnis habe ich inzwischen genug, der Aegir macht auch inzwischen immer ziemlich genau, was er soll, also steuerten wir die Liegestelle Schiffbauerdamm an. Die liegt direkt zwischen Bahnhof Friedrichstraße und Reichstag.

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Zur Blauen Stunde passierten wir  das Abion, wo ich schon einmal vortrefflich übernachtete, und all die staatstragenden Gebäude wie die Bundespressekonferenz & Co sowie Innenministerium, Kanzleramt, die Bundestagsgebäude (im Büro von Arnold Vaatz, den ich dort schon einmal besuchte, brannte noch Licht), den Reichstag usw. und liegen nun direkt neben dem ARD Hauptstadtstudio, mit Blick auf den Fernsehturm in der einen, den Reichstag in der anderen Richtung.

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Genau wie gestern liegt wieder ein Bekannter neben uns: Die Fitzgerald von meinem Kollegen Luis Lindner.

 

Wir köpften die eigens für diesen Ort von Martin aus der Dresdner Wein Kultur Bar mitgebrachte Flasche Wein vor dieser schönen Kulisse.

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2 Kommentare

  1. Na Männer nun habt Ihr es doch geschafft und mir altem Mann ( Seemann —> Vollmatrose der Hochseefischerei ) einige sehr stimmungsvolle und melancholische sowie poetische Impressionen beschert… dafür vielen Dank und nun eine letzte unbeschwerte Nacht auf diesem „Dampfschiff“ bevor es das Packeis in die Zange nimmt….
    Also dann nochmal vielen Dank für diesen schönen Blog…
    Ahoi.
    PS.es muss nicht immer das Mittelmeer sein…

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