Prag 2015 – Tag 10

Langsam ist es leider Zeit, die Rückfahrt anzutreten. Wir planten, am Samstag wieder in Dresden einzutreffen, um am Sonntag in aller Ruhe das Schiff aus- und aufzuräumen. Die Streckenabschnitte waren geplant und locker zu schaffen. Dachten wir. Beim morgentlichen Start ahnten wir noch nicht, welche Hiobsbotschaft uns am Nachmittag zu diesem Thema erreichen würde. Doch dazu später mehr.

Wir legten in aller Ruhe nach dem Frühstück ab. Zwar rechneten wir im Bereich zwischen Karlsbrücke und Schleuse Stvanice mitten in der Woche am zeitigen Vormittag mit deutlich weniger Fahrgastschifffahr als auf der Hinfahrt, wo wir diesen Bereich samstagnachmittags passierten und vor lauter kreuz- und querfahrenden Schiffen kaum wussten, wo wir entlang fahren sollten. Etwas nervös waren wir aber dennoch.

Unser Plan funktionierte aber. Alle Schiffe lagen noch friedlich an ihren Anlegern, als wir uns der Schleuse Smichov näherten.

Bildschirmfoto vom 2015-10-21 09_32_46

Wir meldeten uns an, und auf deutsch wurde uns mitgeteilt, dass wir etwa 20 Minuten warten müssten. Tatsächlich dauerte es dann keine Viertelstunde, bis wir geschleust wurden. Wir passierten die Karlsbrücke und konnten diesmal die Aussicht genießen, weil wir tatsächlich um diese Zeit alleine in der Innenstadt unterwegs waren.

Bildschirmfoto vom 2015-10-21 10_11_16

IMAG7079

Ein letzter Blick zurück auf die Burg, und schon erreichten wir Stvanice. Auch hier wurden wir nach kurzer Wartezeit geschleust.

IMAG7086

Unsere weitere Fahrt verlief ruhig, bei recht gutem Wetter (wir heizten dennoch etwas mit Propan). Insgesamt passierten wir fünf Schleusen und erreichten deutlich vor 16:00 Uhr die Marina Vltava. Nach kurzen Einkauf im Ort begaben wir uns in das Restaurant.

Nach kurzer Zeit kam Petr mit einer sehr üblen Nachricht an unseren Tisch:

WP_20151022_11_05_27_Pro

Das ist ein Ausdruck vom tschechischen Pendant zu „ELWIS“. Dort steht, dass der Schifffahrtskanal, der die Moldau mit der Elbe verbindet, bis zum 31.10. 7:00 Uhr morgens gesperrt wurde!

Damit ist von hier aus unser einzig möglicher Weg nach Hause versperrt!

Es dauerte ein wenig, bis wir diesen Schreck verdaut hatten. Ändern können wir daran allerdings nichts. Und was nun? Wissen wir ehrlich gesagt noch nicht. Auf jedem Fall können wir hier nicht so lange warten, denn das würde eine Verlängerung des Urlaubs um über eine Woche bedeuten.

Wir müssen also wohl oder übel unser Schiff hier zurück lassen und irgendwie auf dem Landweg nach Hause kommen.

Unser Schiff können wir dann frühestens ab dem 31.10. heim holen. Das ist wirklich ein Schlag ins Kontor und natürlich war unsere Stimmung dem entsprechend gedrückt.

Aber so läuft es nun mal in der Binnenschifffahrt. Mit so etwas muss man rechnen und leben können. Denke man nur mal an all die Fracht- und Hotelschiffe, die während des Niedrigwassers der Elbe in diesem Sommer auch irgendwo festsaßen und daran nichts ändern konnten.

Also, Freiwillige vor:

Wer holt uns am Wochenende hier (Nähe Melnik) mit dem Auto ab???

4 Kommentare

Schreibe einen Kommentar