Saisonende 2017 – Tag 2

Gut geschlafen. Allerdings nicht  so furchtbar lang. Wir wollen ja Strecke machen, werden also jeden Tag 6:45 mit der ersten Dämmerung ablegen. So auch heute. Man staunt, wie schnell es dann geht, bis es hell wird.

In Bad Schandau lag die River Allegro an der Kaimauer. Ich habe mir nie getraut, dort hin zu fahren und anzulegen, weil es eigentlich ausgetonnt ist. Jetzt weiß ich, dass es dort tief genug ist. Ok, wir haben auch hohes Wasser, aber der Schiffsführer wird sicher auch fallendes Wasser einkalkuliert haben.

Bekanntlich wechselt an der Grenze die Kilometrierung. Zählt man in Deutschland von der Grenze, mit Null beginnend, Richtung Küste herauf, halten es die Tschechen so wie international eigentlich vorgegeben: Die Mündung ist die Null, und gezählt wird aufsteigend bis zur Quelle.

Die KM springen also an unserer Null auf die tschechische 730. Die Strecke von der Grenze bis Usti ist immer eine kleine Quälerei. Man freut sich auf das Revier jenseits der Schleuse, wo man kaum noch spürbare Strömung hat und dadurch mit viel weniger Drehzahl viel schneller ist.

Ganz besonders Decin ist dabei wie ein „Magdeburg light“, die Fahrrinne ist sehr schmal und die Strömung extrem. Die Geschwindigkeit sinkt teilweise deutlich unter 3kmh. Die Stadtdurchfahrt dauert eine gefühlte Ewigkeit.

Dennoch sit die Landschaft, gerade mit morgendlichem Hochnebel, teilweise wunderschön. Das Wetter war durchwachsen, manchmal sonnig, gelegentlich Regen, und einmal schneite es sogar leicht.

Wir erreichten die Schleuse Strekov in der Abenddämmerung und wurde direkt bei Ankunft in der kleinen Kammer geschleust. Als wir die Kammer wieder verließen, war es dunkel. Hier der Blick achteraus auf Schleuse und Burgruine Schreckenstein:

Die wenigen Kilometer bis Dolny Zalezly, nun angenehm ohne nennenswerte Strömung, legten wir in weniger als einer Stunde  zurück. Der schöne öffentliche Anleger in direkter Nähe zu einer Tankstelle ist eigentlich immer der Standard-Aufenthalt auf dieser Passage. An der Tankstelle bekammen wir natürlich Diesel, nicht jedoch, wie auf der Webseite versprochen, eine Prepaid-Card für die Stromsäulen des Anlegers. Das ist echt schade um die schöne Infrastruktur. Tolle Edelstahl-Stromsäulen, aber keine Möglichkeit, sie anzuzapfen. So what, liegen wir halt heute mal autark. Auch kein Problem!