Dresden – Berlin, Tag 5

Die Nacht an der Spundwand in Burg hatte schon auch ihren Charme. Bis spät in die Nacht schoben sich Frachter und Schubverbände an uns vorbei, die sich mit die Nacht durchschneidenden Scheinwerfern ankündigten, lange bevor man sie sah. Angenehmer Nebeneffekt: Das Boot schaukelte endlich mal ordentlich auf seinem Liegeplatz.

Nach wie immer zeitigem Start erreichten wir die Schleuse Zerpen. Dort schlossen wir auf einen polnischen Frachter auf, hinter dem wir dann sehr lange herfuhren. Wir wären etwas schneller gewesen, aber Überholen erschien uns zu anstrengend.

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Wir hatten im Internet gelesen, dass es in Genthin einen kleinen Yachthafen gibt, in dessen fußläufiger Nähe es eine Tankstelle gibt. Kurz davor passierten wir eine Spundwand in Sportboothöhe mit der Beschriftung „Nur für Lidl-Kunden“. Leider war ja aber Sonntag, sonst wären wir gleich einkaufen gegangen. Der Hafen Genthin war komplett leer. Wir legten an und fanden die Tankstelle tatsächlich 150 Meter entfernt. Sehr ergonomisch.

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Nach dem Tanken fuhren wir weiter. Zwei Frachter kamen achterlich auf. Im AIS sahen wir, dass sie uns vor der Schleuse nicht mehr einholen würden. Wir machten uns also Hoffnung, gemeinsam geschleust zu werden, was auch klappte.

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Nur wenige km nach der Schleuse erreichten wir den Plauer See und damit zum ersten mal weites Wasser um uns herum, sicher den größten See, den Aegir je befahren hat. Das Wetter war genial, wie November fühlte es sich jedenfalls nicht an. Wir fuhren mit offenem Steuerstand fast bis Brandenburg, bis die Sonne so tief stand, dass sie nicht mehr wärmte.

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In Brandenburg angekommen, standen wir vor der Entscheidung, noch durch die Vorstadt-Schleuse zu fahren. Wir entschieden uns dagegen, um noch etwas von Brandenburg zu sehen.

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Eine sehr gute Entscheidung, wie sich heraus stellte. Wir durchfuhren einige Brandenburger Kanäle. Es ist wirklich traumhaft schön hier! Marina neben Marina, stylische Wohnimmobilien direkt am Wasser, und auch ein REWE mit Anleger.

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Wir machten an einem kostenlosen städtischen Anleger fest, in unmittelbarer Nähe und mit Blick auf die Jahrtausendbrücke, und genießen jetzt den Ausblick auf die beleuchtete Silhouette.

Nur 500m entfernt liegen übrigens zwei alte Bekannte! Die ehemaligen Dresdner Fähren Pillnitz 1 und Niederpoyritz, die vor drei Jahren an die Nordstern-Reederei verkauft wurden.

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